Knödel für die AfD?

Am Donnerstag will der AfD-Kreisverband Ebersberg-Erding den wegen antisemitischer Äußerungen umstrittenen Ex-CDUler Martin Hohmann im oberbayerischen Pliening auftreten lassen. Beginnen soll die Veranstaltung um 19:00 im Plieninger Bürgerhaus. Linke Aktivist*innen kündigen Proteste an

Der Referent Martin Hohmann ist mehrfach durch homophobe, rassistische und antisemitische Äußerungen aufgefallen, unter Anderem in einer Rede zum Tag der Deutschen Einheit im Jahr 2003. In der Rede relativierte Hohmann die Verbrechen der Nationalsozialisten  und setzte sie mit den angeblichen Verbrechen von jüdischen Russen während der Oktoberrevolution gleich. Wegen seiner Ausfälle wurde Hohmann damals aus der CDU-Fraktion, und später aus der Partei ausgeschlossen. Die AfD nahm ihn einige Jahre später breitwillig auf.

Im November vergangenen Jahres versuchte die AfD bereits mehrfach, im Landkreis Ebersberg Räumlichkeiten für einen Auftritt mit Hohmann zu finden. Ursprünglich sollte der Rechtspopulist in der Ebersberger Alm auftreten, doch sowohl die Gastwirtschaft als auch alle anderen Anlaufstellen stornierten die Veranstaltung auf öffentlichen Druck hin. Durch einen offenen Brief, angekündigte Proteste und kritische Berichterstattung konnte der Auftritt Hohmanns verhindert werden. Aus Frust über ihr Scheitern kündigte die AfD in Nachgang an, Strafanzeige gegen die Demokratische Jugend Rosenheim zu stellen, die Organisation hatte damals zu Protesten gegen die geplante Veranstaltung aufgerufen. Die AfD behauptete, dass die Demokratische Jugend den Wirt*innen im Raum Ebersberg gedroht hätte.

Was ein kritischer Diskurs mit Drohungen zu tun habe, bleibe das Geheimnis der AfD, spottet eine antifaschistische Aktivistin (will nicht namentlich genannt werden) aus Rosenheim nach dem Vorgehen der AfD gefragt. Die Wirt*innen, welche der AfD damals eine Abfuhr erteilt hatten, hatten allesamt politische Gründe für die Absagen angeführt. Deshalb sei der Plan der Partei, die Wirte für sich zu instrumentalisieren, und sich als Opfer linker Stimmungsmache zu inszenieren, nicht aufgegangen, so die Aktivistin weiter. Man werde den Auftritt von Hohmann auch dieses Mal nicht auf sich sitzen lassen.

Dieses Mal sieht es allerdings so aus, als käme die AfD mit der Veranstaltung durch. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung argumentierte der Plieninger Bürgermeister Roland Frick vor einigen Tagen, dass der Gemeindeverwaltung rechtlich die Hände gebunden sei, sie müsse alle legalen Parteien in ihren Räumlichkeiten dulden. Und davon, dass bei der Veranstaltung Martin Hohmann auftreten werde, habe man erst kürzlich erfahren, erklärt der Bürgermeister weiter.

Zu kritisieren sei an dieser Stelle der Plieninger Gasthof Forchhammer, findet die Aktivistin. Die Wirtschaft wird am Donnerstag das Catering für die AfD-Veranstaltung stellen. Man rufe die Betreiber des Gasthofes deshalb dazu auf, von der Bewirtung der Teilnehmer*innen der Veranstaltung abzusehen. Jeder Knödel für eine antifeministische und rassistische Partei sei ein Knödel zu viel.

Ein Knödel.
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