29. August: Naziaufmarsch in Rosenheim

Wie kürzlich bekannt wurde, plant der Rosenheimer Kreisverband der rassistischen Splitterpartei Die Rechte einen Aufmarsch. Am 29. August um 12:30 wollen sich die Nazis um den stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbandes, Peter Meidl, am Rosenheimer Bahhof treffen um gegen Flüchtlinge und Migranten zu hetzen.

ihr seid so häßlich
Mit Ästhetik wenig am Hut: Die Rechte

Nachdem allein am vergangenen Wochenende drei Brandanschläge auf Einrichtungen für Asylbewerber_innen aus Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien, Somalia und Eritrea bekannt wurden, scheint sich auch die Hetze und verbale Gewalt im Raum Rosenheim zuzuspitzen. In Raubling, wo seit einigen Wochen Flüchtlinge in einer Turnhalle untergebracht sind, steht der völkische Mob bereits in den Startlöchern. In den Facebook-Kommentaren wird in Raubling bereits offen zu Gewalt aufgerufen. „Schmeißt da a Bombe nei“, heißt es unverholen in Kommentaren. Augenzeugen berichteten gegenüber muscovado zudem, dass immer wieder pöbelnde junge Männer Flüchtlinge aus Autos heraus fotografieren würden.

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Aus rechtlichen Gründen zensiert.

Seit Anfang Mai hat der Stammtisch-Rassismus im Raum Rosenheim einen festen politischen Rahmen gefunden: Den Rosenheimer Kreisverband der Partei „Die Rechte“. Der Kreisverband kündigt auf Facebook-Posts Kundgebungen und Flugblatt-Aktionen gegen Menschen an, die aus ihren Heimatländern vor Krieg und Armut geflohen sind um hier Schutz zu suchen. „Der Kampf gegen die Überfremdung unseres Landes hat nun auch in Rosenheim begonnen“, heißt es auf der Facebook-Seite des Kreisverbandes. Auch veröffentlicht die Partei dort ein Foto ihres angeblich gewählten Kreisvorstandes – mit verpixelten Gesichtern.

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Die Gründungsmitglieder des Kreisverbandes hielten sich bisher bedeckt. Nur Peter Meidl machte auf Facebook durch diverse Posts auf seine rassistische Gesinnung aufmerksam.

Die Partei wurde 2012 vom Holocaust-Leugner Christian Worch gegründet, in ihr finden sich Überreste der zerfallenen rechtsradikalen Deutschen Volksunion (DVU) sowie zahlreiche Mitglieder neonazistischer Kameradschaften. Die Partei ist auch in der rechten Szene relativ isoliert und fiel in der Öffentlichkeit vor allem durch bewusst inszenierte Skandale auf, wie dem Aufruf, Judenzählungen durchzuführen. Von Seiten aktiver Antifaschist_innen wird allerdings trotzdem befürchtet, dass die rassistische Hetze gegen geflüchtete Menschen auch in Rosenheim Früchte tragen könnte. Denn Peter Meidl scheint mit seiner Gesinnung im Raum Rosenheim nicht allein zu sein. Das Potenzial für einen größeren Aufmarsch sei da, betont eine Aktivistin, die aus Angst vor Übergriffen nicht namentlich genannt werden will. Es stelle sich nur die Frage, ob sich der rassistische Stammtisch-Pöbel wirklich dem geplanten Aufmarsch der Rechten anschließen werde, schließlich sei doch am selben Wochenende der Beginn des Rosenheimer Volksfestes, so die Aktivistin mit einem verbitterten Lachen.

Über Gegenproteste halten wir euch auf dem Laufenden…

 

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